Kulturgeschichte Das Pentagramm ist das Symbol der Venus, sowohl des Planeten als auch der Göttin, aufgrund seiner fünf Ecken, die eine Analogie zur fünfblättrigen Rose gestatten. Es wurde auf einem Krug aus der mesopotamischen Djemdet-Nasr-Zeit, d. h. aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr., als Ideogramm der sumerischen Göttin Inanna/Ištar gefunden.
Um 3000 v. Chr. wurde das Pentagramm in Mesopotamien als Piktogramm für Ecke oder Winkel benutzt. Pythagoras kannte es als Symbol für Gesundheit. Ihn interessierte daran besonders der mathematische Aspekt, dass das Pentagramm die Grundlage des Goldenen Schnitts ist. Da man es in einem Zug zeichnen kann und am Schluss wieder zum Anfang gelangt, galt es auch als Zeichen für den Kreislauf des Lebens. Abraxas, Gott der Gnostiker, wurde ebenfalls durch ein Pentagramm symbolisiert, weil er fünf Urkräfte in sich vereint.
Das Pentagramm mit seinem Goldenen Schnitt, dem Zahlenverhältnis für Schönheit, wurde zur Grundlage vieler Kirchenbauten. Von den Kathedralenbauhütten kam es zu den Freimaurern und dient dort als übergeordnetes Sternen-Symbol auf ihren Arbeitsteppichen. Es gilt als geometrisches Zeichen für die fünfte Wissenschaft der heiligen Geometrie und ist damit ein Sinnbild der Vernunft, des Maßes und des Wahrheit suchenden Geistes. Seine fünf Spitzen weisen auf die Tugenden der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Stärke, der Mäßigkeit und des Fleißes hin. Der Flammende Stern ist ein freimaurerisches Pentagramm, das von einer Gloriole umgeben ist und zentral den Buchstaben G enthält (identische Bedeutung).
In mittelalterlicher und nachmittelalterlicher Zeit galten Pentagramme als Zauber- und Abwehrzeichen gegen Dämonen. Daneben galten sie als Symbol für die fünf Wunden Jesu Christi.
Weitere Deutungen für die fünf Ecken sind der Geist und die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft oder auch Äther und die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten.
Drudenfuß Das Pentagramm steht normalerweise auf zwei Spitzen, bei dem Drudenfuß, auch Alfenfuß genannt, weist eine Spitze jedoch nach unten. Der Name stammt vom Glauben, dass Druden, nächtliche Kobolde, einen Fußabdruck hinterlassen, der in etwa dem Pentagramm gleicht. Bisweilen wird im Vogelfuß der Druden der Ursprung der Form des Pentagramms gesehen.
Die Zahl 5, das Fünfeck und das Pentagramm erscheinen auch (teilweise näherungsweise) als Elemente der belebten Natur. Die menschliche Hand und die Gliedmaßen fast aller Landwirbeltiere (außer zum Beispiel der Huftiere) zeigen einen fünfgliedrigen Aufbau ihrer Endglieder. Schneidet man einen Apfel quer durch, sieht man einen fünfgliedrigen Aufbau des Kerngehäuses. Viele Blüten sind Fünfsterne, ebenso kommen einige Seesterne der Pentagrammform sehr nahe. „Natürliche“ Pentagramme finden sich auch bei fünfblättrigen Pflanzen wie der Rosaceenblüte oder dem Weinstock. Auch im Grundaufbau vieler Pflanzenblätter ist eine Fünfgliedrigkeit zu erkennen.
Wie das Pentagramm kommt auch der Goldene Schnitt, der mit dem Pentagramm Gemeinsamkeiten hat, in der Natur vor.
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